Bitcoin in 9 Minuten pulverisiert: Wie Googles Quantencomputer die Kryptowährung bedroht
Googles Quantencomputer könnte Bitcoin in nur 9 Minuten knacken. Erfahren Sie, welche Auswirkungen das auf den Kryptomarkt hat und wie Sie sich schützen können.
Googles Quantencomputer könnte Bitcoin in nur 9 Minuten knacken. Erfahren Sie, welche Auswirkungen das auf den Kryptomarkt hat und wie Sie sich schützen können.
Am 30. März 2026 veröffentlichte Google Quantum AI ein Whitepaper, das die Krypto-Märkte weit über Forscherkreise hinaus erschütterte. Das Dokument mit dem Titel „Securing Elliptic Curve Cryptocurrencies against Quantum Vulnerabilities“, das in Zusammenarbeit mit Teams von Stanford und der Ethereum Foundation verfasst wurde, zeigt auf, dass das Knacken der elliptischen Kurvenkryptografie, die Bitcoin und Ethereum sichert, weniger als 500.000 physische Qubits erfordern würde. Dies entspricht einer Reduzierung um etwa das 20-Fache im Vergleich zu früheren Schätzungen, die von mehreren Millionen ausgingen.
Die beschriebene Quantenmaschine könnte einen Bitcoin Private Key in etwa 9 Minuten knacken, sobald der Public Key offengelegt ist. Dies gibt einem Angreifer eine Chance von etwa 41 %, das Bestätigungsfenster des Netzwerks von 10 Minuten zu unterbieten. Dies ebnet den Weg für sogenannte „On-Spend“-Angriffe: das Abzielen auf eine aktive Transaktion im Mempool, bevor sie in einem Block bestätigt wird.
Bevor wir weiter ins Detail gehen, ist eine Klarstellung nötig: Panik ist nicht angebracht. Das Team hat eine fundierte Schätzung der Ressourcen veröffentlicht, die zur Lösung des diskreten Logarithmusproblems auf elliptischen Kurven (ECDLP) erforderlich sind, und dieses Ergebnis liegt unter den bisherigen Schätzungen. Aber „geringer“ und „heute machbar“ sind nicht dasselbe. Die Roadmap von IBM für fehlertolerante Systeme zielt mit dem Starling-System auf etwa 200 logische Qubits bis 2029 ab. Das ist noch weit entfernt von den 1.200 bis 1.450 logischen Qubits, die für den Angriff erforderlich sind. Der Sprung von einigen Tausend auf Hunderttausende Qubits bringt ungelöste technische Herausforderungen mit sich.
Was sich mit dieser Veröffentlichung wirklich ändert, ist die wahrgenommene Verkürzung des Zeitplans. „Wir blicken nicht mehr auf Mitte der 2030er Jahre, wir könnten Quantencomputer dieser Größenordnung bereits bis Ende des Jahrzehnts haben“, erklärte Haseeb Qureshi, Managing Partner bei Dragonfly. Es ist diese Korrektur der geschätzten Timeline und keine unmittelbare Bedrohung, die die Aufmerksamkeit von Krypto-Investoren verdient.
Rund 6,9 Millionen Bitcoins sind besonders anfällig, insbesondere die Legacy-Adressen (P2PK), die in den Anfangstagen des Netzwerks verwendet wurden. Dazu gehören die Satoshi Nakamoto zugeschriebenen Wallets sowie Adressen, deren Public Key durch vergangene Transaktionen auf der Blockchain offengelegt wurde.
Pay-to-Taproot-Adressen (P2TR) weisen eine spezifische Schwachstelle auf. Sie legen Public Keys in Form von Punkten auf elliptischen Kurven direkt On-Chain offen, was einem Quantenangreifer ein unbegrenztes Zeitfenster verschafft, um offline zu arbeiten. Tabelle I des Whitepapers quantifiziert dieses Risiko: P2TR-Outputs waren mit etwa 16,8 Millionen BTC verbunden, die im Jahr 2025 bewegt wurden, was 21,68 % aller Bitcoin-Transaktionen in diesem Jahr entspricht.
Dieses Detail zu Taproot ist besonders brisant: Das Upgrade von 2021 wurde als Verbesserung von Privatsphäre und Effizienz angepriesen, und seine massenhafte Adaption schafft nun eine größere Angriffsfläche im Falle eines Quantendurchbruchs.
Die beiden größten Netzwerke verfolgen im Umgang mit dieser Bedrohung sehr unterschiedliche Ansätze. Ethereum hat Jahre damit verbracht, quantenresistente Upgrades vorzubereiten, mit Meilensteinen, die bereits für das Ende des Jahrzehnts in seiner Roadmap verankert sind. Die Account Abstraction und die Flexibilität der Signaturen verschaffen dem Netzwerk einen Vorsprung beim Austausch kryptografischer Primitive. Bei Bitcoin ist der Weg bedächtiger. Vorschläge wie BIP-360 und experimentelle Testnetze sind erste Schritte. Eine vollständige Migration würde jedoch wahrscheinlich ein umfassendes Konsens-Upgrade erfordern.
Unsere Einschätzung zu diesem Thema: Die ruhige Reaktion des Marktes zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ist an sich schon aufschlussreich. Professionelle Trader behandeln dieses Signal als ein Risiko auf Sicht von 3 bis 5 Jahren und nicht als unmittelbaren Notfall. Diese Rationalität ist gerechtfertigt. Dennoch verdienen zwei konkrete Maßnahmen schon heute die Aufmerksamkeit jedes Bitcoin-Besitzers: Die Wiederverwendung von Empfangsadressen sollte vermieden und es muss sichergestellt werden, dass kein Guthaben auf Legacy-P2PK-Adressen liegt. Das ist keine Paranoia, sondern grundlegende Sicherheitshygiene, die durch die Google-Veröffentlichung nun dringlicher denn je geworden ist.
Quellen:
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