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CLARITY Act: US-Behörden und katholische Kirchenführer schlagen Alarm wegen Krypto-Risiken
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CLARITY Act: US-Behörden und katholische Kirchenführer schlagen Alarm wegen Krypto-Risiken

Sheriffs, Staatsanwälte und katholische Bischöfe vereinen sich gegen den CLARITY Act – sie warnen vor gefährlichen Lücken im US-Krypto-Regelwerk.

Geschrieben von Thomas

Angepasst von 24 Juni 2026 am 09:52 von Thomas

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In den USA formiert sich eine unerwartete Koalition gegen den CLARITY Act, das Gesetzesvorhaben, das die Regulierung von Kryptowährungen klären soll. Strafverfolgungsverbände und Führungspersönlichkeiten der amerikanischen katholischen Kirche machen gemeinsam Front – sie sind überzeugt, dass der Gesetzentwurf schwerwiegenden Missbrauch ermöglicht.

Die Kritik ist unmissverständlich: Indem der Kongress dem Kryptosektor regulatorische Rechtssicherheit verschaffen will, riskiere er, den Opferschutz und die öffentliche Sicherheit dem Altar der finanziellen Wettbewerbsfähigkeit zu opfern.

Eine so heterogene Front – bestehend aus Sheriffs, Staatsanwälten und Bischöfen – verdeutlicht, wie weit die Bedenken gegen diesen Gesetzentwurf über die üblichen Kreise der Kryptodebatte hinausreichen.

Was ist der CLARITY Act – und warum spaltet er so sehr?

Der CLARITY Act (Crypto and AI Regulatory Landscape for Innovation and Technology Act) ist ein US-amerikanisches Gesetzesvorhaben, das einen einheitlichen Regulierungsrahmen für digitale Assets schaffen soll. Erklärtes Ziel ist es, den Zuständigkeitsstreit zwischen der SEC und der CFTC bei der Aufsicht über Kryptowährungen zu beenden – indem klar definiert wird, welche Token als Wertpapier und welche als Rohstoff einzustufen sind.

Auf dem Papier klingt das vernünftig. Die Kryptobranche fordert seit Jahren Rechtssicherheit, um institutionelle Investoren anzuziehen und willkürliche Strafverfolgung zu vermeiden. Doch mehrere Bestimmungen des Entwurfs bereiten den zuständigen Strafverfolgungsbehörden erhebliche Sorgen.

Laut den Strafverfolgungsverbänden, die den Widerstandsbrief unterzeichnet haben, würde der CLARITY Act bestehende Instrumente zur Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Online-Betrug schwächen. „Regulatorische Rechtssicherheit darf nicht auf Kosten von Verantwortlichkeit, Transparenz, Opferschutz oder öffentlicher Sicherheit gehen“, erklärten sie in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Warum mischt sich die katholische Kirche in die US-Kryptodebatte ein?

Die Beteiligung katholischer Kirchenführer an dieser Koalition mag überraschen, lässt sich aber durch ein konkretes soziales Anliegen erklären. Organisationen, die der amerikanischen katholischen Kirche nahestehen, haben Fälle dokumentiert, in denen Gemeindemitglieder Opfer ausgeklügelter Krypto-Betrügereien wurden – darunter sogenannte Pig-Butchering-Scams, also romantische Betrugsmaschen, die damit enden, dass die Ersparnisse der Opfer über gefälschte Investmentplattformen gestohlen werden.

Diese Gruppen sind der Ansicht, dass der CLARITY Act durch die Lockerung von Compliance-Pflichten für bestimmte Marktteilnehmer die Fähigkeit der Behörden einschränken würde, illegale Geldflüsse nachzuverfolgen und Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen. Für sie ist das keine technische Frage – es geht um soziale Gerechtigkeit und den Schutz vulnerabler Bevölkerungsgruppen.

Diese ungewöhnliche Allianz aus Strafverfolgungsbehörden und religiösen Institutionen sendet ein starkes politisches Signal an den US-Kongress, während der Gesetzentwurf noch mehrere Gesetzgebungsschritte vor sich hat. Sie verdeutlicht auch ein wachsendes Paradox: Je mehr die Kryptowelt durch Regulierung Normalität anstrebt, desto mehr zieht sie die Aufmerksamkeit – und die Kritik – von Akteuren auf sich, die bislang keinerlei Anlass hatten, sich damit zu befassen.

Ein Warnsignal für die Krypto-Regulierung in den USA

Der Widerstand gegen den CLARITY Act fügt sich in ein besonders aktives gesetzgeberisches Umfeld in den USA ein. Nach dem FIT21 Act, der 2024 vom Repräsentantenhaus verabschiedet wurde, unternimmt der Kongress immer neue Versuche, einen rechtlichen Rahmen für digitale Assets zu schaffen. Doch jeder neue Entwurf offenbart tiefe Spannungen zwischen Innovation und Kontrolle.

Kritiker des CLARITY Act verweisen insbesondere auf potenzielle Lücken bei den KYC-Pflichten (Know Your Customer) und den AML-Anforderungen (Anti-Money Laundering) für bestimmte Kategorien dezentraler Protokolle. Sollten diese Ausnahmen bestehen bleiben, könnten sie regulatorische Blindstellen schaffen, die böswillige Akteure gezielt ausnutzen.

Für die Kryptobranche ist die Herausforderung damit klar: Sie muss nicht nur Finanzregulatoren überzeugen, sondern ein weit breiteres Spektrum gesellschaftlicher Akteure davon, dass Regulierung mit Schutz einhergehen kann – und nicht nur mit Wettbewerbsfähigkeit.

Thomas

Thomas

Thomas ist Inhaber eines BTS-Diploms in Informatik mit Schwerpunkt SEO und zertifizierter Texter für Web und E-Commerce. Seit 2018 begeistert er sich für Blockchain-Technologien und Kryptowährungen. Als Spezialist für die Analyse von Marktzyklen im Kryptobereich begann er 2019 mit dem GPU-Mining – zunächst mit ETH, später mit einem Wechsel zu KASPA und Alephium (ALPH).

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