Nasdaq investiert 100 Millionen Dollar in Kraken: Die traditionelle Finanzwelt greift nach der Krypto-Infrastruktur
Nasdaq will 100 Mio. Dollar in Kraken-Muttergesellschaft Payward investieren – für tokenisierte Aktien direkt auf der Krypto-Plattform. Was steckt dahinter?
Angepasst von 10 September 2026 am 19:43 von Thomas
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Nasdaq bereitet sich darauf vor, 100 Millionen Dollar in Payward zu investieren, die Muttergesellschaft der Krypto-Börse Kraken. Ein strategischer Deal, der noch nicht offiziell bestätigt wurde, dessen Konturen jedoch eine klare Ambition erkennen lassen: die Tokenisierung börsennotierter Aktien massiv voranzutreiben.
Hinter dieser beachtlichen Summe verbirgt sich eine Investitionsthese, die weit über eine einfache Finanzwette hinausgeht. Wall Street begnügt sich nicht mehr damit, Krypto aus der Ferne zu beobachten – sie beginnt, die zugrundeliegende Infrastruktur direkt zu erwerben.
Diese Bewegung fügt sich in einen grundlegenden Trend ein, der die Grenzen zwischen traditioneller Finanzwelt und digitalen Assets neu definiert. Und Kraken steht dabei im Zentrum des Geschehens.
Ein Deal mit 21 Milliarden: Was Nasdaq wirklich bei Kraken sucht
Laut Bloomberg, das sich auf mit dem Vorgang vertraute Quellen beruft, bewertet die Transaktion Payward mit 21 Milliarden Dollar. Das erklärte Ziel: Kraken soll tokenisierte Aktien, die an der Nasdaq gelistet sind, direkt über seine Plattform anbieten können. Nutzer der Börse könnten damit tokenisierte Versionen amerikanischer Aktien halten – ganz ohne den Umweg über einen klassischen Broker.
Es ist kein Zufall, dass Nasdaq ausgerechnet Kraken als Distributionskanal wählt. Die Exchange verfügt über eine bedeutende Retail-Nutzerbasis, eine Prime-Brokerage-Infrastruktur über Kraken Prime – 2025 gestartet – sowie einen soliden Ruf in Sachen regulatorischer Compliance unter den erstklassigen Krypto-Börsen. Für Nasdaq bedeutet das einen direkten Zugang zu Millionen von Krypto-Investoren, die mit digitalen Assets bereits bestens vertraut sind.
Die Tokenisierung von Finanzanlagen ist kein experimentelles Konzept mehr. Im vergangenen Januar kündigte auch die New York Stock Exchange die Entwicklung einer Plattform an, über die tokenisierte Versionen amerikanischer Aktien und ETFs rund um die Uhr gehandelt werden können – mit kontinuierlichem On-Chain-Settlement, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Der Deal zwischen Nasdaq und Kraken folgt exakt derselben Logik einer beschleunigten Konvergenz.
Kraken baut ein hybrides Finanzimperium – und das Tempo steigt
Diese Partnerschaft mit Nasdaq steht nicht für sich allein. Vergangene Woche gaben Payward und das Fintech-Unternehmen SoFi Technologies eine Vereinbarung bekannt, die es ermöglicht, Krypto-Orders von SoFi-Kunden über Kraken Prime zu routen und gleichzeitig den Stablecoin von SoFi auf der Exchange zu listen. Eine doppelte Integration, die Kraken als bevorzugte Infrastruktur für Fintech-Akteure positioniert, die Exposure gegenüber digitalen Assets anstreben, ohne ein eigenes System aufbauen zu müssen.
Kraken macht seine Ambitionen unmissverständlich deutlich: das primäre Konto für alles zu werden – Krypto, Aktien, Anleihen. Die Exchange hat bereits den Handel mit Aktien und anderen traditionellen Assets in ihrer App geöffnet und verwischt damit bewusst die Grenze zwischen Krypto-Börse und klassischem Broker. Diese Strategie erinnert an jene von Robinhood, allerdings mit einer deutlich robusteren institutionellen Infrastruktur im Hintergrund.
Für Krypto-Investoren ist das Signal eindeutig: Die großen Börsenplätze der Welt betrachten dezentralisierte Exchanges oder DeFi-Protokolle nicht mehr als ihre einzigen Ansprechpartner im Universum der digitalen Assets. Regulierte zentralisierte Exchanges wie Kraken werden zu erstrangigen strategischen Partnern, die als Brücke zwischen Krypto-Liquidität und traditionellen Finanzmärkten fungieren können. Eine Rolle, die Kraken offensichtlich entschlossen ist, für sich allein zu beanspruchen.
Thomas ist Inhaber eines BTS-Diploms in Informatik mit Schwerpunkt SEO und zertifizierter Texter für Web und E-Commerce. Seit 2018 begeistert er sich für Blockchain-Technologien und Kryptowährungen. Als Spezialist für die Analyse von Marktzyklen im Kryptobereich begann er 2019 mit dem GPU-Mining – zunächst mit ETH, später mit einem Wechsel zu KASPA und Alephium (ALPH).
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