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Strategy und Bitcoin: Ross Gerber warnt vor dem Risiko einer massiven Liquidationswelle
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Strategy und Bitcoin: Ross Gerber warnt vor dem Risiko einer massiven Liquidationswelle

Ross Gerber warnt: Die Hebelstrategie von Michael Saylor bei Strategy könnte Bitcoin in eine gefährliche Abwärtsspirale treiben. Analyse der Risiken.

Geschrieben von Thomas

Angepasst von 17 August 2026 am 16:56 von Thomas

coin Bitcoin sur un fond rouge et jaune
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Ross Gerber, CEO von Gerber Kawasaki Wealth and Investment Management, schlägt Alarm. Seiner Einschätzung nach stellt die fremdfinanzierte Akkumulationsstrategie von Michael Saylor ein systemisches Risiko für Bitcoin dar.

Hinter der Kritik steckt eine präzise Finanzmechanik: Sollte die Schuldenstruktur von Strategy kippen, könnte der Verkaufsdruck auf dem Markt brutal ausfallen. Ein Szenario, das Gerber auf ein einziges Wort reduziert: „nuke“.

Doch Strategy schlägt mit gewichtigen Argumenten zurück. Die Debatte trifft den Kern der bullishen Bitcoin-These — und sie verdient eine ernsthafte Analyse.

Warum Gerber in Strategy eine Zeitbombe für Bitcoin sieht

Die Kritik von Ross Gerber richtet sich nicht gegen Bitcoin als Anlageklasse, sondern gegen die Finanzierungsmechanik von Strategy. Das Unternehmen von Michael Saylor beschafft Kapital durch die Ausgabe neuer Aktien — auf Kosten der bestehenden Aktionäre — um damit BTC zu kaufen. Das Ergebnis: Die Aktie MSTR wird derzeit mit einem Aufschlag von rund 1,61x auf den Wert der Bitcoin-Bestände gehandelt, eine Prämie, die Gerber für nicht tragfähig hält.

„Die Tatsache, dass sie Aktien zu einer aufgeblähten Bewertung verkaufen können, um damit Bitcoin zu kaufen, ist eine katastrophale Arithmetik für den Anleger. Warum würden Sie 100 Dollar Bitcoin für 200 Dollar kaufen?“, erklärte er in einem von Benzinga zitierten Statement. Das Argument ist unmissverständlich: Der Privatanleger, der MSTR kauft, zahlt eine doppelte Prämie — auf die Aktie und auf den zugrunde liegenden BTC.

Das systemische Risiko ist subtiler. Gerber geht davon aus, dass bei einer starken Bitcoin-Korrektur — Drawdowns von 70 bis 80 % sind auf diesem Markt historisch belegt — die Schuldenstruktur von Strategy zu Zwangsverkäufen führen könnte. Dieses erzwungene Deleveraging würde den BTC-Kursrückgang mechanisch verstärken und eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale auslösen. Ein klassisches Szenario einer Kaskadenliquidation — übertragen auf die Größenordnung eines börsennotierten Unternehmens, das 629.376 BTC hält, was einem Exposure von über 72 Milliarden Dollar entspricht.

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Strategy Bitcoin Holdings und MSTR Performance

Auf diese Kritik reagiert Strategy mit einem strukturellen Argument: Die Umstellung auf ewige Vorzugsaktien (Perpetual Preferred Stock) eliminiere das Risiko einer Rückzahlung zu einem festen Fälligkeitstermin. Anders als klassische Anleihen haben diese Instrumente kein Laufzeitende — was den Auslöser einer Zwangsliquidation theoretisch auch in einem Crash-Szenario von minus 80 % beseitigt.

Das ist ein wesentlicher Unterschied. Das Risiko eines Margin Calls oder einer erzwungenen Rückzahlung, das den Kern von Gerbers Warnung bildet, wäre durch diese Finanzarchitektur neutralisiert. Strategy behauptet, seine BTC-Positionen unabhängig von kurzfristiger Volatilität halten zu können — eine These, die die Märkte zumindest teilweise bestätigen, auch wenn die Aktie MSTR zuletzt hinter Bitcoin zurückgeblieben ist, obwohl weitere 430 BTC für rund 51,4 Millionen Dollar hinzugekauft wurden.

Die Debatte bleibt offen. Die Underperformance von MSTR gegenüber Spot-BTC wirft Fragen zur Eignung dieses Vehikels für institutionelle Anleger auf — zumal Bitcoin-Spot-ETFs mittlerweile ein direktes Exposure ohne Bewertungsaufschlag bieten. In diesem Kontext geht Gerbers These über bloße Kritik hinaus: Sie zeigt eine strukturelle Schwachstelle auf, die der Markt in einem echten, anhaltenden Bärenmarkt noch nicht unter Beweis stellen musste.

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Gerber spricht einen zweiten Risikofaktor an, der weniger mediale Aufmerksamkeit erhält, aber strukturell ebenso bedeutsam ist: die Migration großer Mining-Unternehmen in Richtung künstliche Intelligenz und Hochleistungsrechnen. Riot Platforms hat dafür gerade das eindrücklichste Beispiel geliefert: ein 20-Jahres-Mietvertrag im Wert von rund 9 Milliarden Dollar mit Anthropic für 191 MW Rechenkapazität in Texas.

Diese Entwicklung ist für das Bitcoin-Netzwerk nicht ohne Bedeutung. Die globale Hashrate ist laut verfügbaren On-Chain-Daten bereits um 21 % gegenüber den Höchstständen von 2025 zurückgegangen. Ein sinkender Hashrate schwächt die Netzwerksicherheit kurzfristig und kann das Sentiment institutioneller Anleger belasten, die die Robustheit des Minings in ihre Investitionsthese einbeziehen.

Das Zusammenspiel dieser beiden Dynamiken — der finanzielle Hebel von Strategy und die potenzielle Schwächung der Hashrate — zeichnet ein Risikobild, das der aktuelle Bullenmarkt tendenziell ausblendet. Gerber hingegen benennt diese Risiken klar und deutlich, auch wenn er damit dem vorherrschenden bullishen Konsens entgegenläuft.

Thomas

Thomas

Thomas ist Inhaber eines BTS-Diploms in Informatik mit Schwerpunkt SEO und zertifizierter Texter für Web und E-Commerce. Seit 2018 begeistert er sich für Blockchain-Technologien und Kryptowährungen. Als Spezialist für die Analyse von Marktzyklen im Kryptobereich begann er 2019 mit dem GPU-Mining – zunächst mit ETH, später mit einem Wechsel zu KASPA und Alephium (ALPH).

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