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Bull Bitcoin klagt gegen DAC8 vor dem Conseil d’État: Massenüberwachung von Krypto-Nutzern vor Gericht
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Bull Bitcoin klagt gegen DAC8 vor dem Conseil d’État: Massenüberwachung von Krypto-Nutzern vor Gericht

Bull Bitcoin fechtet das DAC8-Umsetzungsdekret vor dem Conseil d'État an – und stellt die Massenüberwachung von Krypto-Nutzern in Frankreich grundlegend infrage.

Geschrieben von Thomas

Angepasst von 8 Juli 2026 am 18:50 von Thomas

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Bull Bitcoin hat in Europa einen juristischen Meilenstein gesetzt. Die Bitcoin-only-Exchange, die kürzlich von der AMF eine MiCA-Zulassung erhalten hat, hat vor dem Conseil d’État Klage eingereicht, um das zentrale Dekret zur Umsetzung der europäischen Richtlinie DAC8 in französisches Recht zu kippen.

Hinter diesem Rechtsstreit verbirgt sich ein konkretes Problem der physischen Sicherheit: Frankreich gehört zu den Ländern, die am stärksten von Überfällen auf Kryptowährungsbesitzer betroffen sind. Und laut Bull Bitcoin verschärft die DAC8 dieses Problem noch weiter.

Ein Kräftemessen zwischen einem Unternehmen aus dem Bitcoin-Sektor und dem französischen Staat, das die Spielregeln für Millionen von Krypto-Nutzern in Europa neu definieren könnte.

DAC8: Eine europäische Richtlinie, die Exchanges in riesige Datenbanken verwandelt

Die Richtlinie DAC8 verpflichtet Anbieter von Krypto-Dienstleistungen (PSAN/PSCA) dazu, die persönlichen und finanziellen Daten ihrer Nutzer zu erheben, zu zentralisieren und an die europäischen Steuerbehörden zu übermitteln. In Frankreich wurde diese Umsetzung durch das Dekret Nr. 2025-1276 konkretisiert, das Bull Bitcoin direkt vor der höchsten Verwaltungsgerichtsbarkeit des Landes anficht.

Das zentrale Argument der Exchange ist sowohl technischer als auch sicherheitsbezogener Natur: Indem die Plattformen gezwungen werden, massive Datenmengen über Krypto-Inhaber zu aggregieren, schafft die DAC8 das, was Cybersicherheitsexperten als „Honey Pot“ bezeichnen – ein bevorzugtes Angriffsziel für Hacker und organisierte Kriminalität. Anders als eine klassische Unternehmensdatenbank multipliziert dieses multinationale System die potenziellen Einfallstore und macht eine robuste Absicherung nahezu unmöglich.

Bull Bitcoin weist zudem auf ein regulatorisches Paradox hin: Indem die DAC8 die Nutzung regulierter Exchanges riskanter macht, drängt sie Nutzer mechanisch in Richtung nicht regulierter Alternativen – Peer-to-Peer-Handel, Home-Mining, Offshore-Plattformen. Das Ergebnis: Die Steuererhebung, die die Richtlinie eigentlich verbessern soll, könnte in der Praxis schlechter werden.

Bull Bitcoin klagt gegen DAC8 vor dem Conseil d'État: Massenüberwachung von Krypto-Nutzern vor Gericht

Frankreich: Europäisches Epizentrum der Übergriffe auf Krypto-Inhaber

Die Klage von Bull Bitcoin stützt sich auf eine dokumentierte und alarmierende Realität. Laut Daten von Gart, einem auf den Schutz von Krypto-Nutzern spezialisierten Unternehmen, weist Frankreich weltweit die zweithöchste Rate physischer Angriffe auf Kryptowährungsbesitzer auf – hinter den USA, deren Bevölkerung jedoch fünfmal größer ist.

Die jüngsten Fälle sprechen für sich: Der CEO von Binance France, David Prinçay, wurde zum Ziel eines Angriffs, ebenso wie David Balland, Mitgründer von Ledger, der bei seiner Entführung einen Finger verlor. Diese Attacken sind keine Einzelfälle. Jameson Lopp, Mitgründer von Casa, dokumentiert seit Jahren sogenannte „Wrench Attacks“ in einer öffentlichen Datenbank auf GitHub – und der Trend beschleunigt sich deutlich.

Die kriminelle Logik ist simpel: Nutzer, die ihre Krypto-Assets beim Finanzamt angeben, beweisen damit ungewollt, dass sie welche besitzen. Sollten diese Daten abfließen – durch einen Hack, eine regulatorische Sicherheitslücke oder interne Korruption – werden sie zum Adressbuch für kriminelle Organisationen. Da Bitcoin und Kryptowährungen irreversibel und sofort international übertragbar sind, ist das Risikoprofil grundlegend anders als bei einem klassischen Bankkonto.

dac8.com und die Strategie von Bull Bitcoin: juristisch, pädagogisch, politisch

Parallel zu seiner Klage vor dem Conseil d’État lanciert Bull Bitcoin dac8.com, eine vollständig quellenbasierte öffentliche Ressource für Bürger, Journalisten und politische Entscheidungsträger. Das Ziel ist klar: Diese Debatte aus den technischen Fachkreisen herauszuholen und zu einem gesamtgesellschaftlichen Thema zu machen.

Das Vorgehen ist strategisch durchdacht. Bull Bitcoin kann als von der AMF nach MiCA zugelassene Krypto Exchange nicht vorgeworfen werden, sich der Regulierung entziehen zu wollen. Das Unternehmen setzt im Gegenteil auf vollständige Compliance und fechtet gleichzeitig die Umsetzungsmodalitäten an, die es als gefährlich für seine Nutzer einstuft. Das ist eine juristisch belastbare Haltung, die zwischen dem Kern der Sache (die Massenüberwachung) und der Form (die steuerliche Meldepflicht) klar unterscheidet.

Sollte der Conseil d’État der Klage stattgeben, gehen die Konsequenzen weit über Frankreich hinaus: Eine Aufhebung des Umsetzungsdekrets könnte europäische Rechtsprechung zur Vereinbarkeit der DAC8 mit Grundrechten schaffen – Privatsphäre, persönliche Sicherheit, Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen. Ein Präzedenzfall, den Brüssel nicht ignorieren kann.

Thomas

Thomas

Thomas ist Inhaber eines BTS-Diploms in Informatik mit Schwerpunkt SEO und zertifizierter Texter für Web und E-Commerce. Seit 2018 begeistert er sich für Blockchain-Technologien und Kryptowährungen. Als Spezialist für die Analyse von Marktzyklen im Kryptobereich begann er 2019 mit dem GPU-Mining – zunächst mit ETH, später mit einem Wechsel zu KASPA und Alephium (ALPH).

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