Neuer Hack auf Polygon: Was ist bei Huma Finance passiert?
Huma Finance wurde auf Polygon gehackt. Erfahren Sie, warum alte Smart Contracts die DeFi-Welt gefährden und was Sie tun können.
Huma Finance wurde auf Polygon gehackt. Erfahren Sie, warum alte Smart Contracts die DeFi-Welt gefährden und was Sie tun können.
Am 11. Mai 2026 bebte das Ökosystem der dezentralen Finanzen erneut. Eine kritische Schwachstelle ermöglichte es einem Angreifer, rund 101.400 $ in USDC und USDC.e aus den Liquiditätspools von Huma Finance im Polygon-Netzwerk abzuziehen. Den On-Chain-Daten zufolge wurde der Angriff in einer einzigen Transaktion ausgeführt, wobei eher eine logische Schwachstelle als ein kryptografischer Fehler ausgenutzt wurde.
Seit dem Vorfall hat die Sicherheitsfirma Blockaid enthüllt, dass das Problem von der Funktion refreshAccount() ausging. Dieser Bug ermöglichte es, den Status eines nicht autorisierten Kontos auf „GoodStanding“ zu ändern und so alle Genehmigungsschritte zu umgehen. Der Angreifer konnte die Reserven leeren, ohne den geringsten Alarm auszulösen, was eine vorübergehend bearishe Stimmung rund um die veraltete Infrastruktur des Protokolls auslöste.
Dieser Exploit verdeutlicht ein hartnäckiges Problem der DeFi: die Verwaltung alter Smart Contracts. Der Angriff zielte auf die V1 BaseCreditPool-Verträge ab, eine veraltete Architektur, die die Entwickler bereits dabei waren zu deaktivieren. Auf der Blockchain bleibt ein bereitgestellter Vertrag auf unbestimmte Zeit aktiv, wodurch „Zombie-Verträge“ entstehen, die zu bevorzugten Zielen für Hacker werden.
Glücklicherweise reagierte das Team von Huma Finance schnell und pausierte alle verbleibenden V1-Verträge. Sie bestätigten zudem, dass ihr V2-System, das vollständig auf der Solana-Blockchain neu aufgebaut wurde, absolut nicht betroffen ist. Die Gelder der Nutzer auf dieser neuen Version sowie der PST-Token sind sicher. Dieser technologische Übergang zu Solana beweist, wie wichtig eine moderne Architektur ist, um derartige Katastrophen zu vermeiden.
Darüber hinaus verwalten der PST-Token und die vollständige V2 auf Solana bereits rund 179 Millionen $ an Liquidität und 13 Milliarden $ an Volumen. Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem sich Huma Finance in einer starken Expansionsphase befindet.
Zur Erinnerung: Huma Finance ist das erste PayFi-Netzwerk (Payment Finance), eine DeFi-Infrastruktur, die es Unternehmen und Institutionen ermöglicht, sofortigen Zugang zu Liquidität zu erhalten, um ihre weltweiten Zahlungen (Rechnungen, Cross-Border Payments, Kreditkartenabrechnungen usw.) zu finanzieren.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Blockchain zukünftige Zahlungsströme tokenisiert, um Kredite in Echtzeit anzubieten und gleichzeitig Renditen für Liquiditätsanbieter zu generieren. In nur 5 Monaten ist das Protokoll mit fast 13 Milliarden $ an Gesamttransaktionsvolumen (davon 6,55 Milliarden $ an Kreditvergaben und 6,43 Milliarden $ an Rückzahlungen), 178,87 Millionen $ an aktiver Liquidität, 130,17 Millionen $ an PayFi-Vermögenswerten und mehr als 119.800 Einlegern geradezu explodiert. Diese beeindruckenden Zahlen belegen die starke Akzeptanz dieser neuen Kategorie, die DeFi und traditionelle Finanzen näher zusammenbringt.
Dieser Vorfall auf Polygon, der sich kurz nach anderen ähnlichen Angriffen ereignete, wirft entscheidende Fragen zur allgemeinen Sicherheit der DeFi auf. Während der Markt auf eine neue Rallye hofft und viele Token ein neues ATH anvisieren, könnte das Fortbestehen dieser Schwachstellen in älteren Versionen die institutionelle Akzeptanz bremsen.
Zudem befand sich Huma Finance in einem regelrechten Adoptionsboom. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Vorfall keine allzu großen Auswirkungen auf die weitere Entwicklung haben wird. Die schnelle und effiziente Reaktion von Huma ist bereits ein Pluspunkt. Doch die Zunahme von Hacks in der DeFi und bei Smart Contracts bleibt langfristig eine große Herausforderung.
Abschließend lässt sich sagen, dass Entwickler ihre alten Verträge zwingend absichern oder zerstören müssen, bevor sie neue Iterationen auf den Markt bringen. Ohne eine massive Bereinigung dieser historischen Schwachstellen könnten auch andere Protokolle erleben, wie sich ihre Liquidität über Nacht in Luft auflöst. Sind Ihre Kryptos auf Protokollen, die ihre alten Versionen noch nicht geschlossen haben, wirklich sicher?
Quellen:
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Charles Ledoux ist ein Experte für Bitcoin und neue Blockchain-Technologien. Er hat sein Studium an der Crypto Academy abgeschlossen und ist seit über einem Jahr auch als Bitcoin-Miner aktiv. Er hat zahlreiche Masterclasses verfasst, um Neueinsteiger in der Branche zu schulen, und mehr als 2000 Artikel geschrieben. Nun möchte er seine Leidenschaft für Krypto durch seine Artikel für InvestX weitergeben.
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