Kraken bereitet regulierte Perpetual Contracts in den USA vor – das Rennen hat begonnen
Kraken plant regulierte Perpetual Contracts auf Bitcoin für US-Institutionen – die CFTC hat den Weg freigemacht, doch die Konkurrenz schläft nicht.
Kraken plant regulierte Perpetual Contracts auf Bitcoin für US-Institutionen – die CFTC hat den Weg freigemacht, doch die Konkurrenz schläft nicht.
Die CFTC hat soeben eine bedeutende regulatorische Öffnung für Krypto-Derivate in den USA geschaffen. Kraken will davon profitieren – und zwar schnell.
Die traditionsreiche Exchange kündigt an, ihren amerikanischen institutionellen Kunden innerhalb eines Monats Perpetual Contracts auf den Spot-Preis von Bitcoin anbieten zu wollen. Doch die Konkurrenz hat nicht gewartet.
Hinter dieser Ankündigung verbirgt sich ein strategischer Kampf um das institutionelle Segment der Krypto-Derivate in einem für die USA völlig neuen regulatorischen Rahmen.
Bislang waren Perpetual Contracts – jene Derivate ohne Verfallsdatum, die auf Offshore-Plattformen wie Binance oder Bybit massenhaft genutzt werden – auf dem regulierten US-Markt nicht verfügbar. Die jüngste Genehmigung der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) ändert das grundlegend, indem sie Perpetuals auf den Spot-Preis von Bitcoin zulässt.
Diese Kontraktart ist das meistgenutzte Trading-Instrument im globalen Krypto-Ökosystem. Sie ermöglicht es Tradern, Long- oder Short-Positionen mit Hebel einzugehen – ohne Ablaufdatum. Laut Daten von CoinGlass machen Perpetual Contracts regelmäßig mehr als 70 % des gesamten Derivatevolumens auf den großen weltweiten Plattformen aus. Ihr Einzug in einen regulierten US-Rahmen stellt daher einen strukturellen Wendepunkt für den institutionellen Markt dar.
Kraken, das über seine Tochtergesellschaft Kraken Futures (ehemals Crypto Facilities) bereits eine Derivate-Infrastruktur betreibt, positioniert sich naturgemäß, um diese Öffnung zu nutzen. Die Plattform zielt dabei vorrangig auf institutionelle Kunden ab – Fonds, Proprietary-Trading-Desks und Family Offices – für die regulatorische Compliance eine nicht verhandelbare Voraussetzung ist.
Während Kraken seinen Willen zum schnellen Handeln bekundet, haben die Mitbewerber bereits einen Vorsprung. Mehrere Plattformen und Akteure aus dem traditionellen Finanzmarkt haben sich unmittelbar nach der Ankündigung der CFTC in Stellung gebracht, um dieses neue Segment zu erschließen. Das Fenster für den First-Mover-Vorteil schließt sich in einem derart wettbewerbsintensiven Markt rasch.
Diese Dynamik erinnert an das Rennen beim Launch der Bitcoin-Spot-ETFs Anfang 2024, bei dem jeder Tag Vorsprung gegenüber der Konkurrenz in erhebliche Zuflüsse umgemünzt wurde. Im Segment der institutionellen Derivate gilt: Liquidität zieht Liquidität an. Die Plattform, die zuerst Market Maker und Handelsvolumen bündelt, wird ihr Orderbuch als Referenz etablieren.
Für Kraken geht es dabei um mehr als einen einfachen Produktlaunch. Die Exchange will ihre institutionelle Glaubwürdigkeit festigen – in einem Umfeld, in dem sie aktiv ihren Börsengang vorbereitet. Das Angebot regulierter Derivate in den USA stärkt ihr Profil als compliant aufgestellte Plattform, die mit Akteuren wie der CME Group im Bereich Bitcoin-Derivate konkurrieren kann.
Das Aufkommen regulierter Perpetual Contracts in den USA könnte einen Teil der Volumina, die derzeit von Offshore-Plattformen absorbiert werden, umlenken. US-amerikanische Institutionen, die treuhänderischen oder strengen Compliance-Pflichten unterliegen, können Perps über nicht regulierte Exchanges rechtlich nicht nutzen. Der neue Rahmen öffnet ihnen eine bislang verschlossene Tür.
Mit Blick auf die Price Action von Bitcoin könnte das Aufkommen neuer regulierter Derivate, die US-Institutionen zugänglich sind, die Markttiefe erhöhen und die Spreads bei gehebelten Positionen verringern. Langfristig trägt das zu einer höheren Markteffizienz bei – und potenziell zu einer besseren Absorption von Volatilität in Kaskadenliquidierungen.
Es bleibt abzuwarten, ob Kraken seinen Zeitplan von einem Monat einhalten wird und mit welchem genauen Angebot – Hebelniveaus, verfügbare Handelspaare, Gebührenstruktur. Diese Details werden entscheidend sein, um die tatsächliche Wettbewerbsfähigkeit des Produkts gegenüber den bereits positionierten Akteuren zu beurteilen.
Thomas ist Inhaber eines BTS-Diploms in Informatik mit Schwerpunkt SEO und zertifizierter Texter für Web und E-Commerce. Seit 2018 begeistert er sich für Blockchain-Technologien und Kryptowährungen. Als Spezialist für die Analyse von Marktzyklen im Kryptobereich begann er 2019 mit dem GPU-Mining – zunächst mit ETH, später mit einem Wechsel zu KASPA und Alephium (ALPH).
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