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Michael Saylor: Der Bitcoin-4-Jahres-Zyklus ist offiziell tot
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Michael Saylor: Der Bitcoin-4-Jahres-Zyklus ist offiziell tot

Michael Saylor erklärt den Bitcoin-Halving-Zyklus für überholt. Was das für Investoren bedeutet und warum institutionelle Nachfrage alles verändert.

Geschrieben von Thomas

Angepasst von 5 Juli 2026 am 16:06 von Thomas

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Michael Saylor hat gerade eine Aussage gemacht, die eines der tiefsten Dogmen der Krypto-Kultur erschüttert. Für den Gründer von MicroStrategy strukturiert der berühmte Vier-Jahres-Zyklus rund um das Bitcoin-Halving die Märkte nicht mehr wie früher.

Diese Aussage kommt nicht von irgendjemandem: Saylor leitet das Unternehmen, das weltweit den größten BTC-Bestand außerhalb von ETFs hält. Seine Analyse verdient es daher, ernsthaft durchleuchtet zu werden — jenseits eines bloßen Ankündigungseffekts.

Aber hat er recht? Und wenn ja, welche konkreten Konsequenzen ergeben sich für Investoren, die ihre Strategie rund um diesen Zyklus aufgebaut haben?

Warum Saylor den 4-Jahres-Zyklus beerdigt

Der Vier-Jahres-Zyklus basiert auf einem einfachen Mechanismus: Das Halving halbiert alle 210.000 Blöcke die Miner-Belohnung, reduziert das Angebot und hat historisch einen Bull Run ausgelöst, dem ein brutaler Bear Market folgte. Dieses Muster wiederholte sich 2013, 2017 und 2021 mit bemerkenswerter Regelmäßigkeit.

Saylor argumentiert, dass dieses Modell in einer Zeit gültig war, in der Bitcoin hauptsächlich von spekulativen Retail-Tradern gehalten wurde, die empfänglich für Euphorie- und Kapitulationszyklen waren. Heute hat sich die Marktstruktur grundlegend verändert. Die Einführung der US-amerikanischen Spot-ETFs im Januar 2024, die massive Akkumulation durch Unternehmensbilanzen und das wachsende Interesse von Staatsfonds schaffen eine strukturelle institutionelle Nachfrage, die die Angebotsschocks nach dem Halving absorbiert, ohne die Crashs früherer Zyklen auszulösen.

Anders ausgedrückt: Die Panikverkäufer, die tiefe Bear Markets befeuerten — Retail-Investoren, die bei minus 80 Prozent kapitulierten — werden schrittweise durch langfristig orientierte Akteure ersetzt, deren Investitionsthese nicht vom nächsten Halving abhängt. BTC wandelt sich von einem zyklischen Spekulationsobjekt zu einem digitalen Reservekapital.

Bitcoin als globales Kapital: Eine These, die Strategien neu definiert

Die Vision von Saylor geht weit über eine bloße Marktbeobachtung hinaus. Er positioniert Bitcoin als digitales Äquivalent von Manhattaner Immobilien oder institutionellem Gold: ein Vermögenswert, dessen Wert strukturell langfristig steigt, unabhängig von konjunkturellen Zyklen. In dieser Logik ist der Kauf von BTC kein zyklischer Trade mehr, sondern eine dauerhafte Kapitalallokation.

Diese These findet in den On-Chain-Daten Widerhall. Laut CryptoQuant erreicht das Volumen an BTC, das auf seit mehr als einem Jahr inaktiven Adressen gehalten wird, Rekordniveaus — ein Zeichen dafür, dass Langzeit-Holder trotz steigender Preise nicht verkaufen. Die Bitcoin-Spot-ETFs in den USA haben seit ihrer Einführung ein Vielfaches der monatlichen Neuproduktion an BTC absorbiert und damit einen kontinuierlichen Kaufdruck erzeugt, den es in früheren Zyklen nicht gab.

Eine wichtige Nuance bleibt jedoch bestehen: Die Volatilität von Bitcoin ist nicht verschwunden. Korrektionen von 20 bis 30 Prozent sind weiterhin häufig, und Support- und Resistancelevel spielen nach wie vor eine entscheidende Rolle in der kurzfristigen Price Action. Was Saylor nahelegt, ist das Ende der langanhaltenden Bear Markets von 18 bis 24 Monaten mit minus 80 Prozent — nicht das Ende von Intraday-Volatilität oder taktischen Korrektionen. Diese Unterscheidung ist grundlegend für jeden, der eine Markteinstiegsstrategie entwickelt.

Was sich konkret ändert beim Lesen des Bitcoin-Marktes

Sollte sich Saylors These bestätigen, verlieren Prognosemodelle wie das Stock-to-Flow-Modell oder die Halving-Zyklen einen Teil ihrer Vorhersagekraft. Tools wie der MVRV Z-Score oder das Puell Multiple, die die relative Bewertung von BTC im Verhältnis zu seinen Produktionskosten messen, bleiben nützlich, um überkaufte oder überverkaufte Zonen zu identifizieren — ihre Interpretation muss jedoch an einen von institutionellen Kapitalflüssen dominierten Markt angepasst werden.

Die Daten von CoinGlass zeigen beispielsweise, dass die massiven Liquidierungen, die früher Zykluswenden kennzeichneten, seit 2024 weniger systematisch auftreten. Der Markt verdaut Korrektionen besser, dank einer breiteren und weniger gehebelten Käuferbasis. Die Marktstimmung bleibt ein wichtiger Indikator, reicht aber allein nicht mehr aus, um einen strukturellen Bear Market vorherzusagen.

Die eigentliche Frage, die Saylor aufwirft, lautet: Wenn Bitcoin nun ein globaler Reservewert im Adoptionsprozess ist, folgt sein Preis keinem Zyklus mehr — sondern einer Adoptionskurve. Und auf einer Adoptionskurve ist der Einstiegszeitpunkt weniger entscheidend als die Haltedauer.

Thomas

Thomas

Thomas ist Inhaber eines BTS-Diploms in Informatik mit Schwerpunkt SEO und zertifizierter Texter für Web und E-Commerce. Seit 2018 begeistert er sich für Blockchain-Technologien und Kryptowährungen. Als Spezialist für die Analyse von Marktzyklen im Kryptobereich begann er 2019 mit dem GPU-Mining – zunächst mit ETH, später mit einem Wechsel zu KASPA und Alephium (ALPH).

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