Die SEC präsentiert ihren eigenen Krypto-Rahmen – während der Clarity Act feststeckt
Die SEC stellt einen eigenen Regulierungsrahmen für digitale Assets vor – während der Clarity Act im US-Kongress weiter blockiert bleibt.
Die SEC stellt einen eigenen Regulierungsrahmen für digitale Assets vor – während der Clarity Act im US-Kongress weiter blockiert bleibt.
Die SEC wartet nicht länger auf den Kongress. Die US-amerikanische Aufsichtsbehörde hat soeben ihren eigenen Regulierungsrahmen für digitale Assets vorgestellt, den sogenannten „Regulation Crypto Assets“. Dieser bietet Token-Emittenten konkrete rechtliche Wege, um in den Vereinigten Staaten Kapital aufzunehmen.
Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Clarity Act — das Gesetz, das den rechtlichen Status von Kryptowährungen endgültig klären soll — im Parlament feststeckt und immer wieder an politischen Blockaden scheitert.
Zwischen Regulatoren, die im Alleingang voranschreiten, und Gesetzgebern, die auf der Stelle treten, tritt die US-amerikanische Krypto-Regulierungslandschaft in eine entscheidende Phase ein.

Der Vorschlag der SEC, der am Dienstag, dem 18. August 2026, veröffentlicht wurde, sieht zwei Ausnahmen im Securities Act von 1933 vor. Die erste erlaubt eine einmalige Kapitalaufnahme von bis zu 5 Millionen US-Dollar über einen Zeitraum von vier Jahren, ohne klassische Registrierungspflicht. Die zweite ermöglicht die Aufnahme von bis zu 75 Millionen US-Dollar innerhalb von 12 Monaten, verpflichtet die Emittenten jedoch zur Vorlage von Finanzberichten und zur laufenden Berichterstattung.
In beiden Fällen müssen die Emittenten sogenannte Narrative Disclosures veröffentlichen — erläuternde Dokumente für Investoren, die das Projekt und seine Risiken detailliert beschreiben. Diese Mindestanforderung an Transparenz erinnert an klassische Prospekte, ist jedoch auf die Realität von Blockchain-Projekten zugeschnitten.
Der Text führt außerdem einen bedingten Safe Harbor ein: Sobald der Emittent die den Investoren versprochene Managementarbeit abgeschlossen — oder endgültig aufgegeben — hat, würde sein Token nicht mehr als einem Investmentvertrag unterliegend gelten. Mit anderen Worten: Er würde aus der rechtlichen Definition eines „Security“ herausfallen. Genau dieser Punkt ist für die Branche am interessantesten, da er Projekten mit ausreichendem Dezentralisierungsgrad einen klaren Ausstieg aus dem Wertpapierregime bietet.
SEC-Vorsitzender Paul Atkins bezeichnete die Initiative als weiteren Schritt, um „Innovation auf den Krypto-Asset-Märkten“ zurück in die USA zu holen — und überließ es dem Kongress, einen dauerhaften gesetzlichen Rahmen zu schaffen. Das öffentliche Kommentarfenster ist für 60 Tage nach der Veröffentlichung im Federal Register geöffnet.
Der US-amerikanische Gesetzgebungskalender für Krypto hat erneut einen Rückschlag erlitten. Die Befürworter des Clarity Act hatten auf eine Abstimmung vor der Sommerpause des Kongresses gehofft, doch der Text wurde auf September verschoben, nachdem mehrere Demokraten die jüngste Fassung des Entwurfs abgelehnt hatten. Die republikanische Senatorin Cynthia Lummis warf einigen Abgeordneten offen vor, den Text absichtlich zu blockieren.
Diese politische Blockade hinterlässt ein Vakuum, das die Regulatoren eilig zu füllen versuchen. CFTC-Vorsitzender Michael Selig hat bereits angekündigt, seinen eigenen Regulierungsprozess fortzusetzen — mit oder ohne den Clarity Act — und dabei auf einen Abschluss der Regeln noch vor Ende der laufenden Amtszeit abzuzielen. Ein institutionelles Wettrennen gegen die Zeit, das die Fragmentierung der US-Regulierungslandschaft eindrücklich verdeutlicht.
Der Vorschlag der SEC stützt sich auf die im vergangenen März veröffentlichte Auslegung zur Anwendung der Wertpapiergesetze auf Kryptowährungen. Er ersetzt kein Gesetz — er schließt eine Lücke, bis der Gesetzgeber eine Entscheidung trifft. Für Token-Emittenten, die auf dem US-Markt tätig sind oder es werden wollen, stellt dieser vorläufige Rahmen dennoch einen greifbaren Fortschritt dar: Partielle Spielregeln sind besser als eine vollständige Grauzone. Die Krypto-Branche beobachtet derweil aufmerksam, ob die gemeinsame Bewegung von SEC und CFTC letztlich zu einem kohärenten Regime konvergiert — oder ob die regulatorische Fragmentierung selbst zum Problem wird.
Thomas ist Inhaber eines BTS-Diploms in Informatik mit Schwerpunkt SEO und zertifizierter Texter für Web und E-Commerce. Seit 2018 begeistert er sich für Blockchain-Technologien und Kryptowährungen. Als Spezialist für die Analyse von Marktzyklen im Kryptobereich begann er 2019 mit dem GPU-Mining – zunächst mit ETH, später mit einem Wechsel zu KASPA und Alephium (ALPH).
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