Citi bricht mit seinen Prognosen: Bitcoin bei 82.000 $ und Ethereum bei 2.240 $ als neue Kursziele
Citigroup revidiert seine 12-Monats-Kursziele für Bitcoin und Ethereum drastisch nach unten. Was steckt hinter dem Stimmungswandel der Großbank?
Citigroup revidiert seine 12-Monats-Kursziele für Bitcoin und Ethereum drastisch nach unten. Was steckt hinter dem Stimmungswandel der Großbank?
Citigroup hat seine 12-Monats-Kursziele für Bitcoin und Ethereum drastisch nach unten korrigiert. Eine brutale Revision, die einen tiefgreifenden Stimmungswandel innerhalb einer der größten Banken der Welt widerspiegelt.
Hinter dieser Entscheidung stehen negative ETF-Zuflüsse, eine ins Stocken geratene US-Kryptogesetzgebung sowie neue strukturelle Gegenwinds, die den Markt belasten. Die Zahlen sprechen für sich.
Eine Analyse einer Revision, die die institutionellen Erwartungen für das zweite Halbjahr 2026 neu definieren könnte.
Citi hat sein 12-Monats-Kursziel für Bitcoin von 112.000 $ auf 82.000 $ gesenkt, was einer Abwärtskorrektur von knapp 27 % entspricht. Für Ethereum sinkt das Ziel von 3.175 $ auf 2.240 $, ein Rückgang von mehr als 29 %. Diese von Reuters gemeldeten Zahlen markieren eine bedeutende Kehrtwende in der Positionierung eines großen Finanzinstituts gegenüber digitalen Assets.
Was an dieser Revision besonders auffällt, ist die ihr zugrunde liegende Logik. Citi spricht nicht von einer einfachen technischen Anpassung, sondern die Bank verweist auf verschlechterte Fundamentaldaten. Die Zuflüsse in Bitcoin-ETFs sind seit Jahresbeginn negativ, mit einem kumulierten Defizit von rund 3,3 Milliarden Dollar. Als Reaktion darauf hat die Bank ihre Prognose für Nettomittelzuflüsse in ETFs für die nächsten 12 Monate auf null gesenkt, gegenüber einer ursprünglichen Schätzung von 10 Milliarden Dollar.

Diese Neubewertung der ETF-Zuflüsse ist besonders bedeutsam. Seit ihrer Einführung Anfang 2024 galten die Bitcoin-Spot-ETFs als wichtiger struktureller Katalysator für die institutionelle Nachfrage. Dass Citi nun für ein Jahr mit Netto-Nullzuflüssen rechnet, sendet ein negatives Signal hinsichtlich der Fähigkeit dieser Vehikel, die Kursentwicklung kurzfristig zu stützen.
Über die ETF-Zuflüsse hinaus identifiziert Citi mehrere zusätzliche Druckfaktoren. Der erste: Die US-Kryptogesetzgebung bleibt blockiert. Das Fehlen eines klaren regulatorischen Rahmens in den Vereinigten Staaten bremst weiterhin die institutionelle Adoption und hält eine Unsicherheitsprämie auf digitale Assets aufrecht.
Der zweite Faktor ist struktureller Natur: Die Bank verweist auf ein Verkaufsrisiko seitens sogenannter „Treasury Companies“, also Unternehmen, die Bitcoin in ihrer Bilanz angehäuft haben, nach dem Vorbild der von MicroStrategy popularisierten Strategie. Sollten diese Akteure beginnen, ihre Positionen zu liquidieren, könnte der Verkaufsdruck auf dem Spotmarkt erheblich sein.
Als dritten Gegenwind nennt Citi eine sektorale Rotation hin zu KI-bezogenen Assets. In einem Umfeld begrenzter Kapitalverfügbarkeit wägen institutionelle Investoren zwischen verschiedenen Anlageklassen ab. Künstliche Intelligenz zieht einen wachsenden Anteil spekulativer Wachstumskapitalflüsse auf sich, zum Nachteil von Kryptowährungen. Dieses Rotationsphänomen ist nicht neu, doch Citi nennt es ausdrücklich als Hemmnis für die Performance von Bitcoin und Ethereum in den kommenden Monaten.
Die Revision von Citi sollte nicht als Verkaufssignal gelesen werden, sondern als Indikator für eine Neuausrichtung der institutionellen Stimmung gegenüber Kryptowährungen. Große Banken passen ihre Modelle auf Basis beobachtbarer Kapitalflüsse und regulatorischer Katalysatoren an, und auf beiden Dimensionen hat sich das Bild seit Jahresbeginn eingetrübt.
Bemerkenswert ist, dass die Kursziele von Citi trotz dieser Abwärtskorrekturen für Bitcoin noch immer über dem aktuellen Marktniveau liegen. Das deutet darauf hin, dass die Bank keinen Zusammenbruch erwartet, sondern eher eine längere Konsolidierungsphase, ohne die Nachfragekatalysatoren, die den vorherigen Bull Run befeuert hatten.
Für Trader und Investoren ist eine solche institutionelle Revision es wert, in die Analyse des globalen Marktsentiments einbezogen zu werden. Wenn eine Bank vom Format Citigroups ihre Kursziele in einer einzigen Revision um 27 bis 29 % kürzt, spiegelt das einen Narrativwechsel wider, der die Allokationsentscheidungen großer Fonds beeinflussen kann und damit mittelbar auch die Kursdynamik in den kommenden Quartalen.
Thomas ist Inhaber eines BTS-Diploms in Informatik mit Schwerpunkt SEO und zertifizierter Texter für Web und E-Commerce. Seit 2018 begeistert er sich für Blockchain-Technologien und Kryptowährungen. Als Spezialist für die Analyse von Marktzyklen im Kryptobereich begann er 2019 mit dem GPU-Mining – zunächst mit ETH, später mit einem Wechsel zu KASPA und Alephium (ALPH).
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