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Raydium: Massiver Exploit leert inaktive AMM-Pools – Schaden von 1,34 Millionen Dollar
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Raydium: Massiver Exploit leert inaktive AMM-Pools – Schaden von 1,34 Millionen Dollar

Ein ausgedienter AMM auf Raydium wurde gezielt angegriffen: 1,34 Mio. Dollar aus inaktiven Liquiditätspools gestohlen. Raydium übernimmt alle Verluste.

Geschrieben von Thomas

Angepasst von 10 Juni 2026 am 19:51 von Thomas

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Ein ausgedienter AMM-Programmcode auf Raydium wurde zum Ziel eines gezielten Angriffs. Das Ergebnis: 1,34 Millionen Dollar wurden innerhalb weniger Stunden aus fünf inaktiven Liquiditätspools abgezogen.

Das auf Solana basierende DEX reagierte schnell und kündigte eine vollständige Entschädigung aus der eigenen Treasury an. Der Vorfall wirft jedoch eine grundlegende Frage auf: Wie kann ein außer Betrieb genommener Smart Contract noch immer ausgenutzt werden?

Eine Analyse einer Schwachstelle, die einmal mehr zeigt: In der DeFi können veraltete Programme noch lange nach ihrer Abschaltung als Angriffsvektoren dienen.

Ein präziser Angriff auf einen ausgemusterten AMM

Der Exploit richtete sich gegen ein älteres AMM-Programm (Automated Market Maker) von Raydium, das offiziell außer Betrieb genommen und durch neuere Versionen ersetzt worden war. Fünf inaktive Liquiditätspools wurden vollständig geleert – der Gesamtschaden wird auf 1,34 Millionen Dollar geschätzt. Die aktiven Pools sowie die Kerninfrastruktur des Protokolls blieben unberührt.

Diese Art von Angriffsvektor ist besonders heimtückisch: Sicherheitsteams konzentrieren ihre Überwachung in der Regel auf die aktiv genutzten Contracts und lassen veraltete Programme im toten Winkel. Doch solange ein Smart Contract on-chain deployed ist, bleibt er technisch zugänglich – und damit potenziell angreifbar, wenn noch Gelder damit verknüpft sind.

Raydium hat bislang keinen detaillierten technischen Post-mortem-Bericht veröffentlicht, der die genaue Natur der ausgenutzten Schwachstelle beschreibt. Das Team bestätigte den Vorfall über offizielle Kanäle und teilte mit, dass Untersuchungen laufen, um den genauen Angriffsvektor zu identifizieren.

Raydium Treasury übernimmt alle Verluste

Angesichts der Auswirkungen auf die betroffenen Liquiditätsanbieter kündigte Raydium an, dass die eigene Treasury sämtliche Verluste der geschädigten Nutzer vollständig übernehmen wird. Diese Entscheidung zeugt vom Willen, das Vertrauen der Community zu erhalten – in einem Sektor, in dem nicht erstattete Exploits den Ruf eines Protokolls nachhaltig beschädigen können.

Dieser Mechanismus der direkten Entschädigung über die Treasury hat sich in der DeFi nach ähnlichen Vorfällen zunehmend etabliert. Er umgeht den Rückgriff auf dezentrale Versicherungen – die oft langsam und komplex sind – und sendet ein starkes Signal an die LPs (Liquidity Provider) hinsichtlich der finanziellen Stabilität des Protokolls. Raydium, das durch Trading-Gebühren auf Solana erhebliche Einnahmen generiert, verfügt über die nötigen Reserven, um diesen Schlag zu absorbieren.

Der Vorfall ereignet sich in einem Umfeld, in dem Raydium nach wie vor eines der aktivsten DEXs im Solana-Ökosystem ist – mit Handelsvolumina, die regelmäßig zu den höchsten in der gesamten DeFi zählen. Die schnelle Reaktion des Teams dürfte den Vertrauensverlust bei den Nutzern begrenzen, auch wenn die Frage nach dem Umgang mit veralteten Contracts weiterhin offen bleibt.

Ein deutlicher Hinweis auf die Risiken veralteter DeFi-Contracts

Dieser Exploit verdeutlicht ein strukturelles Problem der dezentralen Finanzwelt: die dauerhafte Persistenz von Smart Contracts on-chain. Anders als traditionelle Webanwendungen, die sich einfach abschalten lassen, bleibt ein Smart Contract, der auf einer Blockchain wie Solana deployed wurde, auf unbestimmte Zeit aktiv – es sei denn, eine explizite Zerstörungslogik wurde bereits bei der Entwicklung integriert.

Für DeFi-Protokolle bedeutet das eine kontinuierliche Überwachungspflicht für alle deployed Contracts – einschließlich der ältesten. Best Practices empfehlen, verbleibende Gelder vor jeder Abschaltung systematisch zu migrieren und Notfall-Pause-Mechanismen für veraltete Programme zu implementieren. Schritte, die in diesem Fall offensichtlich nicht vollständig umgesetzt wurden.

Für Liquiditätsanbieter ist dieser Vorfall eine Erinnerung daran, wie wichtig es ist, Gelder aus inaktiven oder veralteten Pools abzuziehen, sobald ein Protokoll eine Migration auf eine neue Version ankündigt. In der DeFi bedeutet es, Vermögenswerte in einem veralteten Contract zu belassen, dasselbe wie Liquidität in einem Tresor zu lassen, dessen Schloss nicht mehr gewartet wird.

Thomas

Thomas

Thomas ist Inhaber eines BTS-Diploms in Informatik mit Schwerpunkt SEO und zertifizierter Texter für Web und E-Commerce. Seit 2018 begeistert er sich für Blockchain-Technologien und Kryptowährungen. Als Spezialist für die Analyse von Marktzyklen im Kryptobereich begann er 2019 mit dem GPU-Mining – zunächst mit ETH, später mit einem Wechsel zu KASPA und Alephium (ALPH).

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